Gastbeitrag von Denis Molnar
Einfach geil! Besser lässt sich der 3:1-Sieg des FC Neumünster 1 nicht beschreiben. Nach dem abrupten Trainerabgang von letzter Woche traf der Tabellenletzte am Sonntag im Juchhof auswärts auf den FC Srbija ZH 1. Und das bei perfektem Fussballwetter: knapp 20 Grad (wieso hatte ich bloss lange schwarze Jeans angezogen?) kombiniert mit einem lauen Lüftchen, das an einen Föhn erinnerte, den du dir in geistiger Abwesenheit auf Temu bestellt hast. Dazu ein kühles Blondes – was willst du mehr.
Wäre man rein nach der Tabellensituation gegangen, hätte man wohl auf einen Sieg des Heimteams getippt, grüsst dieses doch nach wie vor von Rang vier – es kam anders. Allerdings brauchte es fünf Minuten und die Führung des FC Srbija durch eine Bogenlampe, bis der FCN aufwachte. Der frühe Schuss vor den Bug zeigte Wirkung. Plötzlich war Neumünster hellwach, nahm die Zweikämpfe an und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Noch vor der Pause war der Rückstand dann mehr als wettgemacht.
Es «müllert»
Denn wenn Rehabilitierung an diesem Sonntag einen Namen hatte, dann «FC Neumünster». In der 11. Minute war der Ausgleich bereits Tatsache. Nach einem wunderbaren Doppelpass mit Maxime Larcheveque legte sich Dario Müller den Ball auf rechts und zog trocken ab. Der FCN witterte Morgenluft. Acht Minuten vor dem Pausenpfiff «müllerte» es erneut. Der perfekt getimte Pass in die Gasse kam diesmal von Maurer, Dario schob unten rechts ein – das Spiel war gedreht. Damit noch nicht genug. Den Schlusspunkt unter die erste Hälfte setzte Maxime Larcheveque, der nach einer Ecke auf den ersten Pfosten auf 3:1 erhöhte.
Seitenwechsel und auf in die zweiten 45 Minuten, in denen sich die Partie weiter auf Augenhöhe bewegte, wenn auch mit gefühlt leichten Vorteilen für den FCN. Dann plötzlich Hektik im Strafraum der Gäste, es gab Elfmeter für den FC Srbija und damit die Chance auf den Anschlusstreffer. Keeper Yann Struchen hatte aber etwas dagegen und parierte mirakulös. Zu mehr reichte es dem Heimteam nicht und der FCN verstand es, den Vorsprung zu verwalten.
Wie der Phönix aus der Asche?
Damit stand der erste Sieg nach vier Niederlagen und einem Unentschieden aus den letzten fünf Spielen sowie den Unruhen auf der Trainerposition fest. Bis zur Sommerpause übernimmt übrigens der bisherige Assistenztrainer Ville Westerberg. Manchmal müssen Dinge eben enden, damit man mit frischem Wind zu neuen Ufern aufbrechen kann. Ob aus dem FC Neumünster tatsächlich der Phönix aus der Asche wird, muss sich derweil noch zeigen. Am 17. Mai empfängt man fünf Runden vor Schluss in Witikon den Tabellennachbarn FC Altstetten 2 zum «6-Punkte-Spiel».
«Und zum Schluss noch dies …», um es mit den Worten des langjährigen «Tagesschau»-Moderators Charles Clerc zu sagen: Dass die Partie zwar hart, aber bis auf einige Sprüche nach Fouls und sieben gelben Karten, durchaus fair und hochstehend verlief, dazu hatte, natürlich neben den Spielern, auch der Schiedsrichter einen Riesenbeitrag geleistet. Dieser hatte den Match zu jeder Zeit im Griff, ohne sich in den Vordergrund zu stellen. Darf man ja auch mal erwähnen. Chapeau.
