Viel Licht, wenig Schatten 

Die Neumiredaktion meldet sich einmal mehr zurück aus einer kleinen Schaffenspause. Der Grund für das Mini-Sabatical war diesmal Fortbildungsmöglichkeiten für die Redaktionsmitglieder geschuldet. Die Schreiberlinge waren auf Stages in diversen artverwandten Blättern, wie der Weltwoche, Bild und Nius zu Besuch, um in Punkto journalistischer Sorgfalt und publizistischer Leitlinien einen weiteren grossen Rückschritt machen zu können. Auch beim Tagi hatten wir die Möglichkeit ein kleines Praktikum zu absolvieren, zumindest bis zu unserer Entlassung nach 20 Minuten. Wir hoffen, dass die neu gelernten Skills, bereits im folgenden Text offensichtlich zu Tage treten. Nachfolgend kurze Berichte zu den mittlerweile absolvierten Begegnungen. 

Spitzenkampf im Stadtzentrum 

An einem Dienstagabend fand der Spitzenkampf auswärts beim Zürich City FC an. Beide Teams waren bis zu diesem Zeitpunkt makellos geblieben, weshalb die zahlreich mitgereisten Fans (Sergio Siwetsch) auf einen hochstehenden, ausgeglichenen Match hoffen durften. Die Vereinsphilosophie des Zürich City FC zeichnet sich dadurch aus, dass viel Wert auf lokale Verankerung und ausgeprägte Juniorenarbeit gelegt wird. Dementsprechend bestehen auch die Kader der ersten und zweiten Mannschaft fast ausschliesslich aus Eigengewächsen. Ausgenommen die paar Spieler, die letztes Jahr noch für andere Teams in der Promotion League gespielt haben. Und deren drei die schon am Africa Cup gespielt haben. Und dem, der vor ein paar Jahren für eine Millionensumme von Lyon zu Lens transferiert wurde. Ach so, und dann gibt’s noch den einen der vor nicht allzu langer Zeit gegen C. Ronaldo im Old Trafford in der Europa League in der Startformation stand. Aber sonst lauter eigene, homegrown Player. Gut mal abgesehen von jenen, die direkt aus der 1. Liga Classic kamen aber sonst…ach so, und jenen die eigentlich in der ersten Mannschaft spielen. Auf der Website steht hierzu: „Unser Ziel: Talente fördern und Chancen schaffen. Dabei legen wir grossen Wert darauf, dass jeder Spieler und jede Spielerin die individuelle Unterstützung erhält, die er oder sie benötigt.“ Es ist nicht zu übersehen, welch hehrer Ansatz. Peinlich. Das Spiel selbst ist schnell zusammengefasst. Sie waren deutlich besser und haben verdient gewonnen. Dank einem Yann Struchen in Glanzform, heroischem Kampf und enorm solidarischer Verteidigungsarbeit zog man sich aber achtbar aus der Affäre. 2:0 stand es am Ende für die Stadtzürcher, welche ihre Heimspiele passenderweise auf der Sportanlage Neudorf in Oerlikon austragen. Vielen Dank noch für den Tee übrigens. Peinlich. 

Song zum Spieltag: Willkomme in Züri – SKOR feat. EKR &Tinguely

Zweite Vistite in der Innenstadt 

Nur fünf Tage später reiste das Fanionteam erneut in die City, wo gegen den FC Oerlikon/Polizei ZH gleich das nächste Auswärtsspiel anstand. Eine durchschnittliche Leistung reichte locker, um auf die Siegestrasse zurückzukehren. 7:3 stand es am Ende aus unserer Sicht. Der Reihe nach hatten Straumann (Torschütze vom Dienst), Gabay, Thöni, N. Goncharenko, Wenk (Topscorer, Edeljoker und Ruhepol in einer Person) und Osterwalder getroffen. Ob 7:3 oder 13:12 ist eigentlich egal, Hauptsache drei Punkte. Weiter geht’s. 

Zwei (vermeintliche) Gurkentruppen unter sich 

Im nächsten Heimspiel gegen den FC Pfäffikon galt es gleich nachzulegen, um den Platz in der Spitzengruppe zu festigen. Wie schon im letzten Match spielten die Kleeblätter nicht gerade die Sterne vom Himmel und gerieten diesmal gar in Rückstand. Nach zwei mental breakdowns von Altstar Tenchio (konservativ gezählt) fing sich die Mannschaft aber und drehte das Spiel schon vor der Pause. Der gegnerische Trainer bezeichnete uns in seiner rhetorisch wertvollen Halbzeitansprache als Gurkenmannschaft und stellte die Sinnfrage. Naja, wenn wir Gurken sind, was seid dann ihr? Nach dem Pausentee legte man nach und gewann schlussendlich erneut souverän. In die Torschützenliste trugen sich diesmal N. Goncharenko, Imfeld 2x (#imfeldimgoal), Mesenholl und Thöni, ebenfalls doppelt, ein. Die Pfäffiker Obergurken traten infolgedessen unverrichteter Dinge wieder den Heimweg an. Pfiat eich. 

Song zum Spieltag: Macka Diamond – Cucumber  

Die Zeichen der Zeit erkennen 

Langsam, aber sicher kristallisierte sich heraus, dass die Zeichen der Zeit auf einen Durchmarsch von Zürich City hindeuteten und es wohl sehr schwierig werden wird am Ende der Saison von Platz eins grüssen zu können (aufgegeben haben wir noch lange nicht). Dementsprechend wichtig war es, an diesem Sonntag gegen den FC Fällanden, einem direkten Konkurrenten um Platz 2, einen Dreier einzufahren oder zumindest auf keinen Fall zu verlieren. Leider fehlten genau bei diesem Spiel haufenweise Stammspieler und auch einige Angeschlagene standen in der Startformation. Trotz Allem stellten die Kleeblätter ein konkurrenzfähiges Team auf den Platz und es entwickelte sich ein harter Abnützungskampf der mehr durch seine Intensität, denn durch spielerische Glanzlichter zu begeistern vermochte. Ein torloses Remis stand am Ende zu Buche, ein gerechtes Resultat, auch wenn die Neumünsteraner in den Schlussminuten zwei hervorragende Chancen auf den Löcky Pönsch liegen liessen und darum auch eine gewisse Enttäuschung über die zwei verlorenen Punkte zu spüren war. Zeit sich die Wunden zu lecken, bleibt jedoch keine, es liegt noch alles drin. 

Song zum Spieltag: Schoedo – Zyt heilt aui Wunde

Time to make some changes 

Der FC Neumünster verfügte wohl noch nie in seiner Geschichte über einen derart breiten und ausgeglichenen Kader. Dies bekamen an diesem Sonntag die bemitleidenswerten Bassersdorfer in aller Härte zu spüren. Nachdem die Startelf die Zeichen durch einen Treffer N. Goncharenkos schon in der ersten Hälfte auf Sieg setzte und nach hinten nichts zuliess, vollzog Trainerfuchs Altmaier nach rund einer Stunde einen Siebenfachwechsel. Die Bassersdorfer von diesem Kniff völlig überrumpelt wussten nicht mehr wie ihnen geschah und fingen sich einen Gegentreffer nach dem anderen ein, Endresultat 6:0. Die weiteren Tore erzielten Gerd Wenk 2x, Maxime der Grosse bei seiner Rückkehr 2x und Almene (Jonfred). In Anbetracht dieses Schützenfests ging fast unter, dass Straumann des Kapitänsamtes enthoben und durch Captain Fantastic Oberholzer ersetzt wurde. Die Gründe für die Degradierung Straumanns sind nicht abschliessend geklärt. Gemäss gut informierter Quellen jedoch sollen Straumann und Altmaier sich bei einer hitzigen Diskussion über das kulinarische Angebot im Neumistübli (was ist besser, Wienerli mit Brot oder Hotdog?) heftig zerstritten haben. Nach diesem Vorfall sollen die Fronten derart verhärtet gewesen sein, dass diese Massnahme leider unausweichlich schien. Straumann soll wohl ziemlich zerknirscht über die Absetzung sein. Vielleicht hilft hier ein wenig Poesie, um die Tränen zu trocknen: 

Egal wie schmal das Tor, der Hunger gross, 

welch Wurstspeis ich auch wähl, 

ich bin der (Rekord)Meister meines Los,

ich bin der Käpt’n meiner Seel. 

Song zum Spieltag: Scorpions – Wind of change

Können sie es auch an einem rengerischen Morgen in Schwerzenbach? 

Ja. 2:1 gewonnen. Johnny und Zinni schossen unsere Farben zum Sieg. Schön für euch, dass wir da waren, schaurig war’s. Es ist Sonntag und ich will einfach nur nach Hause, auf nimmer Wiedersehen. 

Song zum Spieltag: Zucchero – Diamante 

Am nächsten Sonntag steht gegen den FC Zollikon zu Hause auf der Looren das Verfolgerduell um den zweiten Platz an. Restkarten sollen an der Tageskasse noch erhältlich sein.  

Diego Meier