Ode an Wetzikon
Fürs zweite Vorbereitungsspiel reiste das Fanionteam des FC Neumünster nach Wetzikon, in die pulsierende Metropole im Zürcher Oberland. Wer braucht schon Zürich oder Winterthur, Wetzikon kombiniert in einer fast schon spielerischen Leichtigkeit wirtschaftliche Konjunktur, hohe Lebensqualität und besticht dazu durch ein vielfältiges kulturelles und gastronomisches Angebot. So ein Tag in Downtown Wetzikon könnte in etwa folgendermassen aussehen. Das Abenteuer beginnen sollte man mit einer kräftigen Stärkung, hier sei ein Besuch im Restaurant Kunsteisbahn wärmstens empfohlen. Der Schreiber empfiehlt hier einen veritablen Zweigänger, als Entrée den “Wurst-Käse Salat (Garniert)“ und zum Hauptgang den “Maxi Humburger mit Pommes“. Als nicht minder leckere Alternativen müssen noch das “Schnitzelbrot (geformt)“ oder für Vegis der “Reis Nature“ ihre Erwähnung finden. Auch die Getränkekarte bietet eine erlesene Auswahl, an den “Punch“ kommt jedoch nichts heran.
Nach diesem ersten, kulinarischen Highlight ziehen kulturell interessierte Zeitgenossen weiter ins FBW-Museum, wo Lastwagen, Busse, Motoren und Getriebe aus der FBW-Produktion präsentiert werden. “Besonderheit: Einzigartige Antriebsgruppe mit EDU-Unterflurmotor und Modelle mit Elektroantrieb, um das Innenleben zu zeigen.“ Eher sportlich orientierte Mitmenschen versuchen sich beim Bowling im Joe’s Bowlingcenter. Wer hier schon wieder einen gewissen Appetit verspürt, lässt sich vom “Spaghetti Karussell mit 4 verschiedenen köstlichen Saucen” in schwindelerregende, feinschmeckerische Höhen katapultieren.
Die Museumsgängerinnen lassen ihren Tag am besten bei einem feinen Dinner in “Mamas Bulle” ausklingen. Rein schon aufgrund der Rezensionen, ist klar, dass man hier an einer guten Adresse ist. “Guter Hauptgang, kulantes Personal bei Stromausfall.” Elektrisierend. Die BowlerInnen andererseits sind kulturell noch aufnahmefähig und lassen sich am besten beim “Klavierissimmo“ in der Aula der Kantonsschule Zürich Oberland von aussergewöhnlichen Klängen berieseln. Alles Schöne hat ein Ende, am Schluss hat man das Gefühl, man hat an einem Tag so viel erlebt wie andere in einem ganzen Leben nicht. Für den Fall, dass in diesen ereignisreichen Stunden etwas verloren gehen sollte, verfügt Wetzikon übrigens auch über ein Fundbüro. Dort arbeitet ein zweifelsfrei kompetentes Individuum namens Nada, ob trotzdem schon mal irgendetwas gefunden wurde, ist nicht bekannt.
Dazu darf Wetzikon auf eine ruhmreiche Geschichte zurückblicken, bereits in der Steinzeit haben sich Menschen hier angesiedelt und…aber ich höre jetzt auf, hach Wetzikon.
Ach ja, das Spiel
Fussball wurde dann auch noch gespielt und das nicht mal schlecht. Die Wetziker, die statt eines Faustkeils mittlerweile eine spielerisch feine Klinge führen, starteten besser in die Partie und kombinierten sich in den ersten zehn Minuten ein paar Mal gekonnt durch unsere Hintermannschaft, etwas Zählbares kam dabei nicht zu Stande. Allmählich kamen auch die Neumünsteraner vermehrt zu Offensivaktionen, vor allem Filigranflügel Koch brachte sich mehrmals in aussichtsreiche Positionen, dort konnte er jedoch nicht reüssieren. Vielleicht den Rossignol das nächste Mal zu Hause lassen, dann kommts gut. Wetzikon ging dann Mitte der ersten Hälfte in Führung, ich weiss nicht mehr wie, sorry. Die Mannschaften begegneten sich weiterhin auf Augenhöhe, es kam zu vielen intensiven Zweikämpfen, die Partie wurde jedoch mehrheitlich sehr fair geführt. Nur wenn der Anführer der Jäger und Sammler um das Mammutfell (Trikot) eines Mitglieds seiner Sippe fürchtete, geriet das Blut des Homo Wetzikus etwas in Wallung und es wurde mehrmals beim Schiedsrichter nachgefragt, ob der Neumispieler das Fell denn mit in seine Höhle (nach Hause) nehmen wollte. Kurz vor der Pause hatten die Gäste eine hervorragende Möglichkeit zum Ausgleich, Neuzugang Maurer scheiterte mit seinem raffinierten Schlenzer jedoch am Pfosten und so blieb es beim 1:0 Pausenstand.
Licht und Schatten
Zur zweiten Hälfte wechselten beiden Teams kräftig durch. Auf unserer Seite wurden einige Spieler auf für sie ungewohnten Positionen eingesetzt, sie machten ihre Sache jedoch sehr gut. Bei den Gegnern wurde gar auf der Goalieposition gewechselt, bei seiner ersten Aktion stellte sich der Schlussmann dann auch gleich noch namentlich vor, Malaka heisst er wohl. In dieser Phase war die Neumielf das bessere Team und belohnte sich in der 55. Minute mit dem Ausgleich. Nach schnellem Durchspiel über rechts kam das Leder über Maurer, Zinnenlauf und Müller zu B. Wenk, welcher erfolgreich abschloss. Danach wiegte das Spiel hin und her, auf sehenswerte Kombinationen folgten oft haarsträubende Fehlzuspiele oder Stockfehler. Eher dystopisch denn prähistorisch anmutend, war dann eine Freistossvariante welche B. Wenk sich überlegt hatte. Er tippte den Ball kurz an, schirmte den Ball dann clever ab, sodass für die Gegner nur ein Eckball resultierte. Ganz klar Almenes Fehler. Den Gastgebern gelang es etwas später durch einen direkt verwandelten Freistoss erneut in Führung zu gehen, doch die Kleeblätter konnten erneut reagieren. Maurer wurde im gegnerischen Strafraum umgeboxt und der Unparteiische zeigte auf den Punkt. B. Wenk trat an, der Torhüter parierte den ersten Versuch, doch der Abpraller landete dann im Netz. Der Torwart hatte sich bei dieser Parade augenscheinlich verletzt, gute Besserung Malaka, “Es ist besser, Unrecht zu leiden als Unrecht zu tun (Sokrates).” Den Schlusspunkt setzten dann doch noch das Heimteam, als es sich durch unsere Abwehr wurstete und zum 3:2 Endstand traf. Zum Ende eine etwas unglückliche Niederlage, aber alles in allem kann man mit diesem Test zufrieden sein, es gab viel zu sehen, was Mut für die kommenden Spiele macht. Für profunde Analysen sind unsere beiden Taktikfüchse Atici und Westerberg zuständig, meiner Meinung nach müssten die Spieler einfach etwas mehr füre und auch mehr Tore schiessen.
Am nächsten Samstag, dem 28. Februar gehts weiter mit dem nächsten Test gegen den FC Industrie Turicum auf dem Hardhof. Für den Gästesektor sind noch Restkarten erhältlich.
Diego Meier
Anmerkung: Alle Zitate und Orte gibt es exakt so zu finden.
